Alternativweltgeschichte

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Max Sinister
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Alternativweltgeschichte

Beitrag von Max Sinister »

Ein zugegeben etwas ausgefallenes Hobby, aber vielleicht gibt es hier ja noch andere Interessierte.

Seit "The Man in the High Castle" ist das Konzept ja durchaus etwas bekannter geworden.

Also - gibt es noch andere Leute hier, die sich hobbymäßig mit der Frage beschäftigen, was wäre, wenn die Geschichte in ein anderes Hosenbein der Zeit geraten wäre? Oder die einfach gerne solche Geschichten lesen?
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Ponder
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Re: Alternativweltgeschichte

Beitrag von Ponder »

Alternativweltgeschichten lese ich ab und an auch ganz gerne, wobei die Grenzen zu anderen Genres hierbei ja oftmals fließend sind.

Die Serienadaption zu "The Man in the High Castle" habe ich noch nicht gesehen, aber Philip K. Dicks Buch mochte ich ganz gern - trotz des Nazi-Settings.

Spontan fällt mir ansonsten noch Mirage von Matt Ruff ein.
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Max Sinister
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Re: Alternativweltgeschichte

Beitrag von Max Sinister »

Ponder hat geschrieben: Mittwoch 6. Juli 2022, 12:58 Alternativweltgeschichten lese ich ab und an auch ganz gerne, wobei die Grenzen zu anderen Genres hierbei ja oftmals fließend sind.
In der Tat. Besonders Krimis sind aus einem bestimmten Grund sehr beliebt.
Ponder hat geschrieben: Mittwoch 6. Juli 2022, 12:58 Die Serienadaption zu "The Man in the High Castle" habe ich noch nicht gesehen, aber Philip K. Dicks Buch mochte ich ganz gern - trotz des Nazi-Settings.
Das Genre an sich mag ich, aber das Buch hat mir nicht gefallen. Juden, die nicht nur in Nazi-Deutschland überleben (das hätte ich noch akzeptiert), sondern auch in hohe Positionen aufsteigen? Zu unglaubwürdig. Dass die Nazis alle Schwarzen in Afrika umbringen, erscheint mir als "sogar für Adolf Nazi zu verrückt". Auf der anderen Seite verharmlost er sie, wenn eine Frau, die in einem Arbeitslager war, sich bloß darüber beschwert, dass sie jeden Morgen mit Marschmusik geweckt wurde. Vieles in dem Buch ist unklar, es fühlt sich einfach fake an. Und die Charaktere sind unsympathisch. Speziell Childan ist ein Rassist und ein Feigling. Dass keiner ohne das I Ching Entscheidungen treffen kann, hat mir nicht gefallen. Bin kein Esoterikfan.
Ponder hat geschrieben: Mittwoch 6. Juli 2022, 12:58 Spontan fällt mir ansonsten noch Mirage von Matt Ruff ein.
Worum es darin geht, weiß ich, aber gelesen habe ich es noch nicht.

Last but not least: Diesen Thread habe ich auch gemacht, weil ich neulich daran gedacht habe, dass das Genre ja auch in einige SW-Romane hineinragt. Strata; Nation/Eine Insel; überhaupt das Konzept der "Hose der Zeit". Also habe ich Terry mal auf dieser Seite eingebaut.
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Ponder
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Re: Alternativweltgeschichte

Beitrag von Ponder »

Max Sinister hat geschrieben: Freitag 15. Juli 2022, 00:30
Ponder hat geschrieben: Mittwoch 6. Juli 2022, 12:58 Alternativweltgeschichten lese ich ab und an auch ganz gerne, wobei die Grenzen zu anderen Genres hierbei ja oftmals fließend sind.
In der Tat. Besonders Krimis sind aus einem bestimmten Grund sehr beliebt.
Ich meinte hier eher die Grenzen zur Fantasy oder SciFi und Geschichten, die nicht mehr auf dem Konzept des Hosenbeins der Zeit aufbauen. Als Beispiel habe ich habe gerade Jasper Ffordes "The Constant Rabbit" gelesen. Es spielt auch in einer alternativen Welt mit einem Fokus auf UK. Doch das bemerkenswerteste Ereignis ist das sogenannte Anthropomorphisierungs-Ereignis was einige Jahrzehnte vor der Handlung des Buches passiert ist und bei dem einige Hasen humanoid wurden. Ein Ereignis was so nicht einfach passieren könnte (im Buch wird die Wahrscheinlichkeit bei immerhin 10^-89 angegeben), aber andererseits kann man natürlich argumentieren, dass andere "realistischere" historische Abweichungen nicht mehr oder weniger fiktiv sind.

Max Sinister hat geschrieben: Freitag 15. Juli 2022, 00:30 Das Genre an sich mag ich, aber das Buch hat mir nicht gefallen. Juden, die nicht nur in Nazi-Deutschland überleben (das hätte ich noch akzeptiert), sondern auch in hohe Positionen aufsteigen? Zu unglaubwürdig. Dass die Nazis alle Schwarzen in Afrika umbringen, erscheint mir als "sogar für Adolf Nazi zu verrückt". Auf der anderen Seite verharmlost er sie, wenn eine Frau, die in einem Arbeitslager war, sich bloß darüber beschwert, dass sie jeden Morgen mit Marschmusik geweckt wurde. Vieles in dem Buch ist unklar, es fühlt sich einfach fake an. Und die Charaktere sind unsympathisch. Speziell Childan ist ein Rassist und ein Feigling. Dass keiner ohne das I Ching Entscheidungen treffen kann, hat mir nicht gefallen. Bin kein Esoterikfan.
Das Buch hat seine Schwächen und ein paar der genannten Punkte waren mir auch aufgefallen. Ich habe das mit auf die Entstehungszeit geschoben. Die Charaktere im Buch sind typisch Philip K. Dick. Die meisten seiner Protagonisten und auch Nebencharaktere haben irgendeinen charakterlichen Makel, der es mühsam macht sie sympathisch zu finden. Childan war wenn ich mich richtig erinnere auch ein Opportunist. Das mit dem Feigling fand ich einen guten Kniff, der vermutlich in den USA noch zu einem größeren Aufschrei geführt hat. Schließlich probt keiner der amerikanischen Charaktere im Buch den Widerstand und scheint sich mit der Situation mehr oder weniger abgefunden zu haben. Lediglich ein Charakter scheint sich zu wehren, Tagomi, und er ist ausgerechnet Japaner - in Anbetracht der großen Repressionen gegen japanischstämige Amerikaner während des zweiten Weltkriegs schon fast ein Affront des Autors. Ich bin auch kein Esoterik-Fan und glaube mich zu erinnern, dass ich auch etwas genervt davon war. Im Nachhinein fand ich es jedoch nicht schlecht, dass dieses mystische Element genutzt wurde um auch den Blick auf die Alternative Welt innerhalb der Geschichte selbst etwas vorzubereiten/kleiden.

Max Sinister hat geschrieben: Freitag 15. Juli 2022, 00:30
Ponder hat geschrieben: Mittwoch 6. Juli 2022, 12:58 Spontan fällt mir ansonsten noch Mirage von Matt Ruff ein.
Worum es darin geht, weiß ich, aber gelesen habe ich es noch nicht.
Die Story selbst mich bei diesem Ruff-Buch nicht so überzeugt. Das Worldsetting fand ich relativ unverbraucht und vor allem wenn man ein bisschen geschichtliches Wissen zu den Ereignissen und Personen hat, die erwähnt werden bzw. von denen der Roman inspiriert ist, fand ich den Zerrspiegel dann ganz interessant.
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